Marienkäfer

Wie viele kleine Gegebenheiten es wollten, dass unser Frühlingsprojekt der Marienkäfer wird, berichte ich euch heute.

Zuerst entdeckte ich einen riesigen Blattlausbefall an unserer Süßkirsche und weit und breit konnte ich weder einen Marienkäfer noch eine Florfliege entdecken, die sich um das Problem kümmern wollten.

Ich begann zu recherchieren, wie man die Nützlinge dazu „überreden“ könnte, sich den Blattläusen anzunehmen. Nachdem schnell klar wurde, das die handelsüblichen Marienkäferhotels, nicht gerade eine 5 Sterne Suite für die begehrten Nützlinge darstellt, keimte der Gedanke, einfach Marienkäferlarven zu bestellen und diese auf unserem Kirschbaum anzusiedeln.

Unsere zweite Berührung mit dem hübschen Käfer war in unserem Schlafzimmer, pünktlich zur Schlafenszeit hüpften zwei Kinder ganz aufgeregt über die Betten, da sie einen Marienkäfer gesichtet hatten, der selbstverständlich gerettet werden musste. Mein Großer übernahm schnell den Rettungseinsatz und holte seine Becherlupe mit samt Waldrucksack. Ich kann euch sagen, ein Marienkäfer ist nicht besonders erpicht darauf, gerettet zu werden. Unter genauesten Anweisungen, von meinem Herrn Rettungseinsatzleiter, versuchte ich den flinken Käfer einzufangen, der sich zu allen Überfluss hinter die Heizung rettete, die motivierenden Worte meines Sohnes: „Mama du machst das falsch, so geht das nicht!“, entmutigten mich nicht, denn ohne Rettung gibt es heute keinen Schlaf – soviel war klar. Nachdem es mir endlich gelungen war, den Speedy Gonzales der Marienkäfer einzufangen, wurde dieser feierlich zu unserem Kirschbaum eskortiert. Wir setzten ihn direkt auf ein von Blattläusen befallenes Blatt aus. Er nutzte die Gunst der Stunde und schnappte sich sofort eine Blattlaus, dabei entstand dieses wundervolle Foto:

Gleicher Abend:

An Schlaf war in der ganzen Aufregung nicht zu denken, erst Recht nicht, als der Papsi von der Arbeit kam und die Geschichte mit vielen Purzelbaum schlagenden Worten und großen Gesten erzählt wurde. Ich lehnte mich zurück und schaute den enthusiastischen Erzählungen zu und erfreute mich daran, wie stolz sie auf sich waren. Die Worte meines Sohnes: „Guck mal, da ist eine Feuerwanze!“, ließen auch mich wieder euphorisch von der Liege springen, eine Feuerwanze um die Uhrzeit auf der Schattenseite des Kirschbaumes? Das konnte ich nicht glauben und hoffte, dass mein kleiner Naturforscher, diese mit einer Marienkäferlarve verwechselte und so war es zu meiner Freude auch.

So nun war klar, unser Frühlingsprojekt wird der Marienkäfer, am nächsten Tag fanden wir auch eine Marienkäferpuppe.

Ich habe zwei Bücher für unser Projekt gekauft, einmal Der Marienkäfer (Meine große Tierbibliothek) und Marienkäfer: Coccinellidae. Das erste Buch ist perfekt für Kleinkinder, tolle Bilder und die Fakten sind kindgerecht formuliert. Das zweite Buch ist sehr wissenschaftlich gehalten und nur für die eigene Neugierde geeignet, ich habe daraus einige praktische Ideen, wie wir natürliche Rückzugsmöglichkeiten für den Marienkäfer, in unserem Garten, anbieten können.

Unser erstes Bastelprojekt zu dem Thema wurde natürlich wieder eine kleine Retrobastelei aus meiner Kindheit, ein Marienkäfertontopf. Dieser ist sehr leicht zu basteln und besonders für Kleinkinder geeignet.

Ein Marienkäferfußabdruckbild darf natürlich auch nicht fehlen….

Steinmarienkäfer sind hier äußerst beliebt.

Marienkäfer aus Luftballons modelliert.

Wir sind ganz erstaunt, wie stark sich die Marienkäferarten untereinander unterscheiden. Uns gefällt der Siebenpunkt-Marienkäfer optisch besonders gut, aus dem Grund, haben wir uns entschieden, ihn als Hauptthema zu behandeln.


Name: Siebenpunkt Marienkäfer
Lateinischer Name: Coccinellidae Septempunctata
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Familie: Marienkäfer
Aussehen: rot mit 7 schwarzen Punkten
Geschlechtsdimorphismus: Männchen kleiner als Weibchen, Sternit bei Weibchen spitz
Ernährungstyp: Insektenfresser (insektivor)
Nahrung: Blattläuse, Schildläuse
Verbreitung: weltweit
Schlaf-Wach-Rhythmus: tagaktiv
Lebensraum: Krautschicht verschiedener Habitate, Felder
natürliche Feinde: Ameisen, Parasiten, Spinnen, Vögel, Laufkäfer, Spitzäuse, Frösche
Geschlechtsreife: mit 2 Monaten
Paarungszeit: Frühling, Sommer
Eiablage: bis zu 400 Eier


Wir haben heute gelernt, dass ein Marienkäfer nur 0,05 Gramm wiegt. Wie schwer das genau ist, haben wir mit unserer Feinwaage heraus gefunden. In unserem Fall wiegt ein Marienkäfer soviel wie unsere Entenfeder. Mit der Angabe kann auch mein 3 jähriger etwas anfangen.

Mit den ausgesprochen schönen Figuren, die plastisch den Zyklus eines Marienkäfers veranschaulichen, haben wir heute ein Zuordnungsspiel, mit unseren Bildern und Bücher, gespielt. Das hat großen Spaß gemacht, besonders, als unser Zuckerschnäuzchen mit lustigen Fluggeräuschen die Figuren durcheinander gebracht hat und der große Bruder diese, mit erklärenden Worten, wieder richtig positioniert hat.

Fortsetzung folgt……..

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